SEELSORGE

Seelsorge geschieht aus dem christlichen Glauben heraus. Sie ist personale Begegnung, helfende Beziehung, Begleitung anderer Menschen in Not. Ihr Ziel ist es, Annahme und Befreiung erfahrbar werden zu lassen und diese Erfahrung – wenn möglich – auf ihre religiöse Dimension hin transparent zu machen. Seelsorge achtet besonders auf die Ressourcen zur Bewältigung von Leid und Schwierigkeiten, die einem Menschen oder einer Gruppe durch die Beziehung zur natürlichen Umgebung, zum sozialen Umfeld (Familie, Nachbarschaft, Gemeinde, soziale Einrichtungen) und zu Gott zugänglich sind; sie stärkt und nutzt sie.

In der Seelsorge geht es darum:

  • seelsorgliche Beziehungen bewusst wahrzunehmen und zu gestalten;
  • sich selbst zu kennen und zu verstehen (Rolle, Aufgabe, Identität, Glaube);
  • Kontakt mit den Gesprächspartnern/-innen und Verständnis für ihre Lebenssituation zu gewinnen (ihre Gefühle und Wirklichkeitssicht, deren Einschränkungen, ihre Fähigkeiten);
  • die eigenen Fähigkeiten zur Gesprächsführung kennen zu lernen und zu entwickeln;
  • sich selbst mit Hilfe von Supervision in eine seelsorgliche Haltung einzuüben;
  • seelsorgliches Handeln mit anderen Hilfsmöglichkeiten zu vernetzen;
  • den institutionellen Kontext der seelsorglichen Arbeit zu verstehen und die Auswirkungen auf die jeweilige Begegnung zu reflektieren;
  • systemische Zusammenhänge zu erkennen und für die Begegnung zur Verfügung zu stellen.